Dienstag, 13. September 2011

Frühlingstage in Sydney

Morgens mag ich gar nicht aus dem Bett, weil es so warm ist unter den Decken und im Zimmer so kalt. Dann werde ich aber mit einem Frühstück verwöhnt, wie ich es von daheim gewohnt bin: Grüner Tee, frisch aufgebackene Vollkornweckerl mit Putenschinken und Käse J, dazu noch Cerials, Yoghurt und Orangensaft.

Den Montag habe ich mit Bummeln in Sydney verbracht. Nachmittags saß ich in der Sonne im Hydepark, besuchte die St. Mary´s Cathedral und die Royal Botanic Gardens, eine große Parkanlage, die bis zur Oper geht.








Dort hängen in den Bäumen unzählige Flughunde! Auch sehr zutrauliche Kakadus und andere Vögel gibt es da.







Danach spazierte ich über Oper und Quai zu The Rocks, dem ältesten Teil Sydneys. Dort genehmigte ich mir eine hervorragende Pizza. Abends hab ich mir meinen Ayers Rock–Trip per Internet organisiert, weil das im Reisebüro sauteuer wäre. Und die Billigvariante mit Camping wollte ich bei diesen Temperaturen dann doch nicht…

Auch Dienstag war ein sehr relaxter Tag. Sydney ist überhaupt sehr gemütlich und ich habe nicht so das Gefühl, in einer Großstadt zu sein. Aber vielleicht auch, weil ich grad von Hongkong komme und in Bondi wohne. Es ist sehr weitläufig, aber mit vielen Grünanlagen und Häusern mit Gärten. Morgens ging ich zu Fuß rauf zur Bondi Junction, es war den ganzen Tag herrlich sonnig und frühlingshaft, so wie bei uns, wenn wir schönes Osterwetter haben. Über Mittag schon recht warm, sonst aber ziemlich kühl. Ich trank in der Fußgängerzone einen Cappuccino und fand auch ein paar Läden, wo man billig einkaufen kann. In der City herrschen ja die Designerläden vor. Also kaufte ich einen Bikini als Ersatz für einen meiner beiden in Auflösung begriffenen. In Südamerika werde ich ihn schon noch brauchen können.







Bei der Information besorgte ich mir Material über die Blue Mountains und andere Ausflugsmöglichkeiten. Ich habe nämlich beschlossen, nach meinem Ayers Rock-Trip in Sydney/Umgebung zu bleiben, da es hier noch genug zu sehen gibt. Weniger ist mehr – ich will nicht den Großteil meiner 14 Tage Australien auf Flughäfen verbringen und dafür noch Unmengen Geld ausgeben. Das rinnt ohnehin nur so dahin. Essen und Trinken sind teurer als bei uns, das Wohnen sowieso und auch die Öffis schlagen sich ganz schön zu Buche, obwohl sie sich auf die nichts einbilden brauchen. Ziemlich veraltet, da ist Wien weit besser organisiert.






Ich rastete wieder in verschiedenen Parks, ging ich durch Chinatown zum Darling Harbour, einer sehr schönen Gegend mit viel Grün, Springbrunnen, Lokalen und einem Marinemuseum. Von dort fuhr ich mit der Monorail – man muss natürlich alles ausprobieren – zum St. James-Park, wo ich dann in der Sonne liegend mein Buch las. Die Sydney-Tower-Auffahrt habe ich mir gespart, weil sie unverschämt teuer war.







Sonntag, 11. September 2011

Sydney

Nach einem mühsamen 8,5 Stunden-Flug kam ich Samstag früh ziemlich gerädert in Sydney an. Temperaturschock: 12°C.
Nach 2 Busfahrten endlich in meinem Privatquartier in Bondi angekommen, wollte ich nur mehr schlafen. Am Nachmittag, als ich halbwegs wiederhergestellt war, spazierte ich zum Bondi Beach hinunter, es war kalt und windig, trotzdem etliche Surfer im Meer.



 Später fuhr ich dann mit dem Bus ins Zentrum, wo ich gerade zurecht zum Sonnenuntergang bei der Oper im Hafen ankam. 




Nach einem kurzen Bummel durch das nächtliche Sydney kam ich ausgefroren und müde wieder zurück ins Quartier, wo ich bei einer sehr netten alten Dame wohne.

Heute vormittag holte mich Emilie, eine Schulkollegin, die ich seit der Matura nicht mehr gesehen habe, ab. Sie lebt seit 15 Jahren hier und wir verbrachten einen sehr netten Tag mit Spaziergängen und Lunch am Bondi Beach, Markt, Gap (Klippen), Kaffeepause, Nobelviertel und zum Schluss waren wir bei Millys Freund zu einem köstlichen Dinner mit Sekt und Rotwein eingeladen.






Hongkong

Freitag fuhr ich mit der U-Bahn fuhr weit aus der Stadt hinaus bis zur Endstation, gleich in der Nähe des Flughafens. Von dort führte eine Gondelbahn 25 Minuten auf einen Berg, auf dem eine riesige Buddhastatue sitzt, the Giant Buddha.






 Außerdem gab’s ein buddhistisches Kloster zu sehen und eine internationale Gondelausstellung mit einer Gondel der Nockalmbahn in Bad Kleinkirchheim von 1977. Möglicherweise bin ich in der schon mal gesessen J.









Den Ladies Market in der Nähe meines Hotels hätte ich mir sparen können – nur Klumpert und Kitsch. Aber immerhin hab ich 2 „Wegwerf-Leiberln“ um 2,70 € erstanden. Abends ging es wieder zum Flughafen. Der ist so riesig, dass man mit einer U-Bahn zu den Gates fährt. Ich brauchte eine Stunde, bis ich dort war. Hatte aber eh genug Zeit eingeplant.
Abschließend betrachtet ist Hongkong auf jeden Fall beeindruckend, geschäftig wie ein Ameisenhaufen, viel sauberer als Bali, überraschend grün zwischen den Blocks sowie etwas außerhalb und auf jeden Fall einen Besuch wert.




Donnerstag, 8. September 2011

Hongkong

Gestern fuhr ich mit dem Bus vom Flughafen in die Stadt und kam zwischen 21 und 22 Uhr ich im Harbour Hotel an. Lief eigentlich ganz unkompliziert, ich hatte aber auch eine gute Beschreibung vom Hotel bekommen. Erster Eindruck von Hongkong: Eng, hoch, heiß! Mein Zimmer im 6. Stock ist einen halben Meter länger als das Bett und wenn ich die Arme seitwärts ausstrecke, kann ich beide Wände berühren. Ich kam mit dem Rucksack kaum bei der Tür rein. Wenn ich mich auf den Sessel setzen will, muss ich über das Bett steigen. Dafür ist die Nasszelle erstaunlich gut ausgestattet und sehr sauber. Und ich habe ein Kabel fürs Internet bekommen!


Habe gut geschlafen, aber ohne Aircondition würde man es nicht aushalten. Das Frühstück war gewöhnungsbedürftig, aber so reichhaltig, dass ich es bis zum Abend ausgehalten habe.
Heute hatte ich meinen Fitnesstag. 11 Stunden in der Stadt unterwegs, viele, viele Kilometer zu Fuß gelaufen und hunderte Stiegen auf und ab (Straßenüber- und unterführungen). Aber so eine Stadt kann man eben nur richtig zu Fuß entdecken mit all ihren Menschen, Häusern, Gerüchen und Geräuschen. Manchmal brachte ich vor Staunen den Mund gar nicht mehr zu. Obwohl ich solche Mega-Großstädte normal nicht mag, aber Hongkong muss man gesehen haben. Da hätte ich echt was versäumt, wenn ich diesen Zwischenstopp nicht gemacht hätte. Aber zwei Tage reichen vollkommen, dass man alles Wichtige gesehen hat. Diese Stadt ist voller Gegensätze: Armut und Luxus, China und westliche Welt, sehr billig und extrem teuer. Hier ist alles zu finden.
Zuerst streifte ich lange durch Kow Loon, wenn mir die Hitze zu viel wurde, flüchtete ich in eines der klimatisierten Shopping Centers oder zu Mc Donalds (Mc Cafe – der einzige Kaffee, den ich seit meiner Abreise aus Österreich trinken kann!). Mittags kaufte ich mir um umgerechnet 0,25 € ein Ticket für die Hafenüberfahrt mit der Star Ferry, von wo man einen wunderbaren Blick auf die Skyline hat.









Auf Hongkong Island arbeitete ich mich durch die Wolkenkratzer-Schluchten zur Bank of China. Leider kommt man als Besucher aber nicht bis zum 70. Stock, sondern nur zum 43. Ist trotzdem ziemlich hoch.



                                                      Bank of China Tower (Mitte)







Schließlich kam der Höhepunkt des Tages, die Tramfahrt auf den Peak und Aussicht vom Peak-Tower. Atemberaubend! Diese Wolkenkratzer haben schon eine eigene Ästhetik.





In der Dämmerung machte ich dann noch den 60 Minuten Peak-Round-Trip in knapp 40 Minuten (samt Fotostopps). Das ist wie eine andere Welt: Üppiges Grün, gute Luft, kein Verkehr und zum Schluss eine traumhafte Aussicht auf Hongkong bei Nacht.




                                                    Peak Tower



Dienstag, 6. September 2011

Abschied von Bali

Samstag nachmittags ging ich kurzentschlossen ein party-fähiges Shirt kaufen und stürzte mich einige Stunden später ins Nachtleben von Kuta. Ein Club neben dem anderen, es geht unglaublich zu. Um 23 Uhr sperren die Diskotheken erst auf, dann gibt es happy hour bis 1 Uhr, nach Mitternacht geht es erst richtig los. Da nirgends Eintritt zu bezahlen war, hab ich in etliche reingeschaut und in drei bin ich länger geblieben. Hab viel getanzt und zwischendurch mit einigen Australiern gequatscht, soweit das bei der Lautstärke und dem australischen Akzent überhaupt verständlich war. Immerhin hab ich bis halb vier durchgehalten und so wieder zurück ins westliche Leben gefunden.
Nach einem Aspro am Sonntag früh ging ich 3 Stunden in der Stadt und am  Strand spazieren, dann holte mich mein Schlafdefizit ein und ich erwachte erst wieder, als es schon dunkel war.






Am Montag machte ich meinen letzten Ausflug zu einem Kulturpark und zu den Tempeln Uluwatu und Tanah Lot.










Nach einem Strandbesuch am Vormittag, wo ich sogar auch im Meer war, arbeitete ich mich durchs Internet, um meine nächsten Stationen zu planen. Morgen heißt es Abschied nehmen von Bali, wo ich mich schon so eingewöhnt habe und dann Hongkong erforschen. 

Samstag, 3. September 2011

Kuta - Ballermann auf asiatisch


In Kuta musste ich bei großer Hitze ziemlich weit mit vollem Gepäck laufen, weil der Busfahrer uns an einer falschen Stelle aussteigen ließ. Eine Deutsche ging ein Stück mit mir, wollte dann aber zu einem anderen Hotel. Zu allem Überfluss verlor ich am Weg meinen Reiseführer, der mir so treue Dienste geleistet hatte. So muss ich die letzten Tage ohne ihn auskommen und die Frage, ob ich ihn heimschicken soll, hat sich somit auch erübrigt.
Da das Zimmer einer Gruft oder einem Leichenschauhaus ähnelte und vor der Terrasse eine Baustelle war, verbrachte ich den Nachmittag damit, mir eine neue Bleibe für die letzten 4 Tage zu suchen. Jetzt bin ich in einem  typischen Stadthotel, 10 Minuten vom Strand, aber wenigstens das Zimmer ist in Ordnung. Ich habe sogar eine Küchenecke mit Kühlschrank und Kochplatte, aber keinen einzigen Topf dazu. 
Der Strand ist hier wirklich schöner als überall anders. Aber das Meer ist so kalt, dass nur die Surfer im Anzug reingehen. Also wieder nichts. Wer gerne im Meer badet, sollte lieber nach Italien fahren. Der vielgepriesene, legendäre Sonnenuntergang von Kuta ist schön, aber da sind dann Millionen Menschen am Strand. Und besser als in Lovina ist er bestimmt nicht. Die Stadt selbst ist der nackte Wahnsinn. Das hier hat nichts mit dem Bali zu tun, das ich kennengelernt habe. Tausende Läden, hunderte Lokale und Nachtklubs, überall tönt laute Musik, die Straßen vollgestopft mit Autos und Mopeds.

Wenn ich die letzten Wochen so überblicke, stellt sich ein zwiespältiges Gefühl für Bali ein:
Ich bin froh, dass ich das ursprüngliche Leben der Einheimischen hier auch kennenlernen konnte.  Ich habe viel gesehen und erlebt, die tiefe Ruhe und Entspannung, die ich erhofft habe, habe ich teilweise gefunden.  
Die Balinesen sind ein sehr freundliches, offenes Volk, was mir sehr gefällt. Dass sie einem in den Touristengebieten aber ununterbrochen was andrehen wollen, hasse ich inzwischen. Ich kann Sprüche, wie „Hello – how are you? – Where are you from? – Shopping, shopping!” oder “Need transport?”, “Massaaas?” (Massage) “Sarong – cheap price!” langsam nicht mehr hören, ohne Aggressionen zu bekommen. Die Sarongs sind ja wirklich schön und billig, aber hätte ich jeder, die mich angesprochen hat, einen Sarong abgekauft, könnte ich einen Schiffscontainer befüllen…
Schön finde ich, wie die Religion ein selbstverständlicher Teil des Alltagslebens ist, die liebevoll geschmückten Haustempel, die mit Blumen oder Speisen gefüllten Körbchen in den Gärten und vor den Eingängen als Opfer für die Götter, Räucherstäbchenduft usw. 
Was mich sehr stört, ist der Schmutz. Wie kann eine Gesellschaft, deren Religion auf Achtung der Schöpfung, der Pflanzen und Tiere so großen Wert legt, derart sorglos mit seiner nächsten Umgebung umgehen? Manchmal kommt es mir so vor, als hätten sie noch nicht kapiert, dass Plastik nicht wie Bambus oder Bananenstaudengeflecht kompostiert und dass alles, was sie jetzt in die Landschaft, in die Flüsse und ins Meer schmeißen, noch in Jahrzehnten ein Problem sein wird. Das wird auch der Tourismus spüren, denn wer will schon auf einer Müllhalde urlauben?

Als ich auf den Check-in im Hotel warten musste, ging ich in ein deutsch-balinesisches Lokal nebenan mit Kellnerinnen im karierten Kleidchen, das ein Dirndl darstellen sollte, einer bunt gemischten Speisekarte mit viel „deutschem Kulturgut“ und Musik vom deutschen Schlager bis Zillertaler. Ich bestellte eine Pizza, die nicht wie Pizza schmeckte und beobachtete die Chinesen, wie sie sich mit Krügerl neben den Lederhosen-Figuren fotografieren ließen. Ich weiß nicht, ob das zum Lachen oder zum Weinen ist.


Donnerstag, 1. September 2011

Lovina


Nach den Strapazen vom Vortag war gestern mal ein Badetag dran. Vormittags kann man hier im Meer gut baden, es ist ruhig und tief genug, nachmittags ist Ebbe und es liegt viel Dreck herum. Der Strand ist ganz schön, aber nicht sehr voll. Liegen gibt hier überhaupt keine, man legt sich einfach auf ein Badetuch oder den Sarong in den Sand. Da der eher dunkle Sand aber sehr heiß wird, hält man das nicht allzu lange aus. Daher pendelt man eher ständig von der Sonne in den Schatten, vom Meer zum Pool usw. Die meisten kommen ohnehin nur für wenige Tage, um die Touren zu machen.
Für mich war heute Tour-Tag:
Um 6 Uhr früh brachen wir vom Strand auf zum Dolphin-Watching und tatsächlich konnte man etliche Delphine sehen, Sonnenaufgang inklusive! Weiters war ich heute beim Gitgit-Wasserfall und bei den heißen Quellen. Dazu hab ich mir wieder eine Motorbike-Fahrt gebucht, da ich aber einen sehr vorsichtigen Fahrer und ein sehr lahmes Zweirad erwischte (beim Bergfahren erinnerte es mich an meine 125er), war der Fun-Faktor nicht so hoch wie beim letzten Mal. 




Die Unterwasserwelt habe ich vom Boot aus fotografiert, bei einer extra seichten Stelle. Ansonsten ist das Meer schwarz.

Nachdem ich hier nun alles gesehen habe und mit dem Hotel nicht so zufrieden bin, fahre ich morgen schon weiter nach Kuta.
Das Tauchen und Schnorcheln ist mir vergangen, denn angesichts der hier herrschenden hygienischen Bedingungen graut´s mir bei dem Gedanken, das Mundstück eines Schnorchels oder eines Sauerstoffgeräts in den Mund nehmen zu müssen.